MÜSTAIR – DAS KLOSTER

Die Legende des Frankenkönigs

1200-jährige Geschichte; das symbolisieren die Gemäuer des Klosters St. Johann in Müstair. Um die Gründung im 12. Jahrhundert ranken sich Mythen und Legenden.

So soll der Frankenkönig Karl der Grosse das Kloster gestiftet haben wofür die Stuckstatue in der Kirche Zeugnis ablegt. Einfach so? Nicht ganz. Der Legende zufolge geriet Karl der Grosse zwischen Bormio und Sta. Maria auf dem Umbrailpass in einen unerbittlichen Schneesturm. Im Angesicht des Todes gelobte er, ein Kloster zu gründen, falls er dem Unwetter lebend entrinnen sollte.

1200 Jahre Baugeschichte

Als Mönchskloster im Jahr 775 gegründet, ist es seit dem 12. Jahrhundert ein Frauenkonvent und war in seiner über 1200-jährigen Geschichte stets bewohnt. Das Kloster gab dem Val Müstair seinen Namen, denn im Tal wird wird rätoromanisch gesprochen - der Ortsname Müstair heisst auf Deutsch Münster und beide Formen leiten sich vom lateinischen „monasterium“ ab, was Kloster bedeutet.

In seiner langen Geschichte wurde das Kloster nie völlig zerstört und immer nur partiell umgebaut. So prägt die Klosteranlage heute ein Zusammenspiel verschiedenster Baustile unterschiedlichster Epochen und Stile. Als architektonische Höhepunkte gelten die Kirche und die Heiligkreuzkapelle aus der Gründerzeit, dem 8. Jahrhundert, der Plantaturm aus dem 10. Jahrhundert und die Bischofsresidenz aus dem 11. Jahrhundert.

UNESCO-Weltkulturerbestätte

Als im Jahr 1983 das Kloster St. Johann in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen wunderte sich die derzeitige Priorin, dass ein solch baufälliges Kloster zum UNESCO-Welterbe erhoben wurde - die Nonnen mussten bei Regen Tonnen und Eimer aufstellen.

Für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste waren die Wandmalereien in der Klosterkirche ausschlaggebend. Es handelt sich um den grössten und besterhaltenen Freskenzyklus aus dem Frühmittelalter.

Mit der Zeit und dank der archäologischen Forschung vor Ort wurden weitere Prunkstücke der Baugeschichte entdeckt: der Plantaturm als ältester Wohn- und Wehrturm im Alpenraum, die karolingische Heiligkreuzkapelle, die romanische Bischofsresidenz, um nur die wichtigsten zu nennen.

Klostermuseum

Das Museum des Klosters befindet sich heute im über tausend Jahre alten Wohn- und Fluchtturm. Besucher des Museums können unter kundiger Führung eine Zeitreise durch 1200 Jahre Kloster- und Baugeschichte antreten.

Die Benediktinerinnen von Müstair gewähren dabei Einblick in ihr Kloster und in ihr Leben einst und heute. Die Führung leitet Gäste in den Kreuzgang, um dann im mächtigen Keller des Plantaturms und in den drei Obergeschossen ein „Kloster im Kloster“ zu erleben.

Repräsentations- und Wohnräume, Schlafgemächer und Gebetsräume sowie das Hohenbalkenzimmer, eine zierliche Stube aus der Barockzeit, archäologische Funde, kunsthistorische Schätze und Juwelen aus dem Besitz des Klosters stehen dabei zur Besichtigung zur Verfügung.

Öffnungszeiten

Das Museum ist täglich geöffnet mit 
Ausnahme des 25. Dezembers

Mai – Oktober  
9:00 – 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage 13:30 – 17:00 Uhr

November – April
10:00 – 12:00 und 13:30 – 16:30 Uhr
Sonn- und Feiertage vormittags geschlossen

Informationen und Anmeldungen

museum & butia
Tel. +41 (0)81 858 61 89
visit-museum@muestair.ch